Danke, 2020!

31/12/2020

Jetzt habe ich mich doch dazu entschlossen, einen Jahresrückblick zu schreiben und diesen mit euch zu teilen.

Das Jahr war wild und ich war mir lange Zeit unsicher, ob ein Rückblick auch der Psyche guttut. Hätte mir im Januar 2020 jemand gesagt, dass im März alle Schulen schließen, hätte ich ihm vermutlich einen Vogel gezeigt und gelacht. Der 1. Lockdown kam für alle ziemlich plötzlich und hat uns alle erst einmal völlig ausgenknockt, egal auf welche Art und Weise.

Dabei begann das Jahr total schön, Silvester wurde im großen Freundeskreis ausgelassen gefeiert, meine beste Freundin war aus Neuseeland zu Besuch und als sie zurückfliegen wollte waren die letzten Tage vor der Abreise spannend, weil die Grenzen und der Flugverkehr bereits eingedämmt wurden. Sie kam zum Glück ohne Komplikationen wieder in Neuseeland an. Wenige Wochen später wurden die Schulen geschlossen und ich wurde von einem 200%-Stresslevel auf 50%-Stresslevel heruntergebremst. Die ersten Tage war das mit Angst, Unsicherheit und manchmal einem Anflug von Panik verbunden. Irgendwann stellte sich eine Lethargie ein, ich hatte 0,0 Struktur und lebte jeden Tag vor mich hin. Das war besonders für die Psyche nicht einfach. Irgendwann fasste ich den Entschluss, wieder Struktur in meinen Tag zu bringen, was mir zum Glück recht schnell gelang. Und plötzlich wurden wir in die nächste Herausforderung geschleudert, nachdem die Schulen wieder geöffnet wurden. Wieder alles neu, wieder viele Unsicherheiten und trotzdem haben wir (egal wer) das ziemlich gut gemeistert und uns immer wieder aufs Neue Eingearbeitet und uns gegenseitig Unterstützt.

So ging es bis zum Schluss, das Jahr kommt mir unendlich lang und zäh vor, es war gefühlt doppelt so lange wie 2019.

Was mich, meine Existenz und meine wirtschaftliche Situation betrifft war das Jahr okay. Ich habe das große Glück gehabt, mir niemals um mich, meinen Betrieb oder meine Familie sorgen machen zu müssen. Ich habe ohne Krise „überlebt“ und nach der Corona-Flaute im Frühling erstaunlich viele Aufträge im Sommer gehabt. Natürlich war es nicht das Umsatzstärkste Jahr, aber es war nicht existenzbedrohend für mich. Anders sah es bei vielen meiner Kolleginnen und Kollegen aus, was mich sehr traurig gestimmt hat. Die Verzweiflung, auch im Einzelhandel und bei vielen Dienstleister*Innen, ist nach wie vor präsent und wird uns auch noch eine ganze Zeit begleiten. Natürlich lässt auch mich das alles nicht kalt und ich bin unendlich dankbar für meine Situation. Mir ist bewusst, dass ich enorm großes Glück gehabt habe und mich in einer wirklich glücklichen Lage befinde.

Privat war 2020 ein absolutes „Abschuss“-Jahr. Wenn man mich fragen würde, ob mein Jahr gut oder schlecht war, ich könnte euch keine Antwort darauf geben. Ich weiß es nicht. Es gab viele schlimme Dinge und gefühlt jagte eine Krise die nächste. Dementsprechend schlecht ging es mir einige Zeit und ich habe Zeit und Nerven meiner Liebsten beansprucht, besonders die meines zukünftigen Ehemannes.

Das ist nun aber die passende Überleitung zu den positiven Dingen, die das Jahr mit sich brachte: wir werden heiraten, wir sanieren unsere Zukünftige Wohnung und sind durch die vielen Krisen unglaublich zusammengewachsen. Ich glaube, allein diese 3 Dinge sind so wertvoll, dass man sagen kann: das Jahr war auch schön! Auslöser für unsere Hochzeitspläne waren tatsächlich die vielen Krisen, die wir gemeinsam durchgestanden haben und mein Entschluss, mich ganz auf  meine Zukunft zu konzentrieren. Freundschaften sind wieder aufgelebt, die wenigen Abende mit Freunden und Familie waren unglaublich wertvoll und die Menschen sind ein ganzes Stück zusammengerückt. Worte wie „machs gut“ oder „bleib gesund“ haben plötzlich eine andere Bedeutung, sind keine automatisierten Redewendungen mehr, sondern kommen aus tiefstem Herzen. Das stimmt mich positiv und ich hoffe, dass wir uns diese schönen Nebeneffekte von Corona beibehalten können! Zum Abschluss des Jahres habe ich noch eine unerwartete Belohnung bekommen: meine Traumstelle an meiner Traumschule.

Das Jahr war extrem-für jeden auf eine andere Art und Weise. Es hat uns allen sehr viel abverlangt, aber auch wieder gezeigt, was man alles aushalten und durchstehen kann. Auch wurde mir gezeigt, was wirklich wichtig im Leben ist, und dass Gesundheit (sowohl psychisch als auch körperlich) mitunter das wichtigste ist und wir dafür viel mehr Dankbarkeit übrighaben sollten. Ich bin gewachsen in diesem Jahr, und ich glaube, ich musste es auch ein Stück weit, mir blieb keine andere Wahl. Einen solchen Schritt nach oben habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht machen müssen, aber ich würde behaupten, dass ich diesen Schritt gut gemeistert habe. Wir starten zwar ungewiss ins neue Jahr, aber die Hoffnung bleibt.

Danke für eure Unterstützung, danke für eure lieben Worte, danke, dass ihr Teil des Jahres wart! Auch euch wünsche ich von Herzen, dass ihr auf ein turbulentes, aber auch schönes Jahr zurückblicken könnt. Dass es nicht für alle ein schönes Jahr war ist mir bewusst, aber ich hoffe, ihr habt wenigstens ein paar Momente, an die ihr euch mit einem Lächeln zurückerinnern könnt.

Bleibt stark und vor allem: bleibt gesund!

Zum Abschluss möchte ich euch nochmals einen kleinen Einblick in das Jahr geben, nicht persönlich, sondern in alle die wundervollen Shootings, die ich trotz Corona machen durfte! Danke für eure Treue!

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